Cannabis
ist heutzutage sehr weit verbreitet. In den meisten Industrieländern
stellt es die am häufigsten konsumierte illegale Droge
dar. Immer mehr und vor allem immer jüngere Menschen gehören
zu den regelmäßigen Cannabiskonsumenten.
Cannabis war auch noch nie so umstritten wie heute. Von den
Cannabisbefürwortern wird es als harmloses „Naturmittel“,
welches sogar gesund sein soll, angesehen, für die Gegner
ist es eine gefährliche Einstiegsdroge. Auch bezüglich
des Zusammenhangs von Cannabiskonsum und dem Auftreten von Psychosen
sind die Öffentlichkeit, die Betroffenen und teilweise
auch die Professionisten geteilter Meinung. Tatsache aber bleibt,
dass unter psychotischen Menschen überdurchschnittlich
oft Cannabis konsumiert wird.
Allgemeines
Cannabis wird aus der weiblichen Form der
Pflanze Cannabis sativa gewonnen. Der „Wirkstoff“
von Cannabis ist als THC (Tetrahydrocannabinol) bekannt. Die
Konzentration von THC hat sich durch verbesserte Kultivierung
in den letzten Jahren vervielfacht, was bedeutet, dass die berauschende
Wirkung von Cannabis heute viel stärker ist, als z. B.
in den 70ern.
Wirkung
Beim Rauchen wirkt Cannabis schon nach wenigen
Minuten und die Wirkung dauert bis zu ca.
4 Stunden an. Typische psychische Effekte sind Euphorie, Antriebsminderung,
eine
Abnahme der Konzentration und der Aufmerksamkeit aber auch Wahrnehmungs-veränderungen.
Gelegentlich können auch Ängstlichkeit und Panikattacken
auftreten. Körperlich kann Cannabis zu einem Temperatur-
Blutdruck- und Herzfrequenzanstieg, Schläfrigkeit, Hunger,
Durstgefühle, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen,
Gangunsicherheit, Zittern und Mundtrockenheit führen.
Cannabis und Psychose
Zahlreiche Studien bestätigen, dass
Schizophrene vermehrt Cannabis im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung
konsumieren, vermutlich um die Symptome ihrer Erkrankung zu
behandeln. Vor allem wenn sie erregt, ängstlich oder depressiv
sind, versuchen sie sich damit zu beruhigen bzw. aufzuheitern.
Des Weiteren werden damit Nebenwirkungen von Medikamenten bekämpft
bzw. vermindert, was kurzfristig erfolgsversprechend sein kann.
Langfristig kommt es jedoch zu einer Verschlechterung des Zustands
und zur Verstärkung der psychotischen Symptome.
Der Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum
und dem Auftreten von psychotischen Erkrankungen ist sicherlich
noch nicht eindeutig und zufriedenstellend erklärt. Aus
den vorhandenen Studien und Untersuchungen lassen sich jedoch
inzwischen folgende Schlüsse ziehen:
Es ist allerdings unumstritten, dass THC
vorübergehende toxisch-organische Reaktionen auslösen
kann, die mit Verwirrtheit, Gedächtnisverlust, Wahnvorstellungen,
Halluzinationen, Ängstlichkeit und Erregung verbunden sind.
Die Symptome verschwinden jedoch bei Abstinenz innerhalb von
Stunden bis Tagen.
Der Gebrauch von Cannabis kann den Zeitpunkt
der Erstmanifestation einer Schizophrenie beschleunigen und
den Verlauf der Erkrankung verschlechtern. Psychotische Symptome
werden verstärkt und die Wirksamkeit von antipsychotischen
Medikamenten vermindert.
Hingegen ist es unklar, ob Cannabiskonsum
auch eine chronische psychotische Erkrankung auslösen kann.
Wahrscheinlich löst Cannabis Schizophrenien bei Menschen
aus, die auch ohne diesen Einfluss irgendwann erkranken würden.
Die Häufigkeit der Erkrankung ist nämlich trotz vermehrten
Cannabiskonsums in den letzten Jahren nicht gestiegen.